Wir empfinden es heute als selbstverständlich, dass wir bei der Installation von z.B. einem Textverarbeitungs-Programm nicht mehr nach dem Typ der verwendeten Maus gefragt werden. Wer sich noch an die Nutzung der ersten Mäuse unter DOS erinnert weiss, dass das aber keineswegs selbstverständlich ist. Erst als APIs (Application Programming Interfaces) für Geräte-Klassen auf Betriebssystem-Ebene eingeführt wurden, war die Trennung von Applikations-Software und Hardware-Details möglich.
DirectX ist - vereinfacht ausgedrückt - der Oberbegriff für APIs, die das Verhalten von Audio- und Videodatenströmen unter Windows beschreiben. Im Bereich der multimedia-orientierten Bildverarbeitung ist DirectX seit Windows 98 als Standard etabliert. Damit kann jede Bildakquisitions-Software z.B. mit jeder beliebigen Multimedia-Kamera arbeiten.
Die messtechnisch-orientierte Bildverarbeitung ist hingegen nach wie vor durch das Fehlen einer konsequenten Standardisierung gekennzeichnet. Immer noch laufen die meisten Software-Pakete nur mit einer kleinen Auswahl von Frame Grabbern, die wiederum häufig nur mit bestimmten Kameras funktionieren. Und dabei möchten wir doch eigentlich "nur" den Inhalt eines CCD-Chips (der letztendlich nur ein Speicherbaustein ist) in den Arbeitsspeicher des Rechners kopieren.
Tatsächlich bietet DirectX (ab der Version 8) APIs, die genau diesen Wunsch erfüllen. Sie sind unter dem Namen DirectShow zusammengefasst. Eine bildgebende Hardware (z.B. eine FireWire-Kamera), die von DirectShow erkannt werden soll, muss über sog. WDM Stream Class Treiber verfügen (WDM = Windows Driver Model).


